"Im Herzen der Demokratie": Buchpräsentation im Parlament
APA OTS
Juni 2017
 
 
 
 
NR-Präsidentin Bures erinnert an das von Jacqueline Kornmüller und Peter Wolf konzipierte Kunstprojekt im Parlament Wien (PK) - "Im Herzen der Demokratie" - unter diesem Motto stand der letzte Tag der offenen Tür im Parlament, zu dem Nationalratspräsidentin Doris Bures am 26. und 27. Oktober 2016 eingeladen hatte und der künstlerisch in beeindruckender Weise vom Ensemble "wenn es soweit ist" um Jacqueline Kornmüller und Peter Wolf in Szene gesetzt wurde. Demokratie sollte mit den Mitteln der Kunst beleuchtet werden und den BesucherInnen die Möglichkeit bieten, sich auf neuen Wegen mit Fragen der Demokratie zu beschäftigen, bevor das Parlamentsgebäude für die drei Jahre dauernde Sanierungsphase geschlossen wird. 35 SchauspielerInnen, PerformerInnen und MusikerInnen haben insgesamt fast vierzehn Stunden Texte namhafter deutschsprachiger AutorInnen zum Thema Demokratie in zehn unterschiedlichen Räumen des Hohen Hauses interpretiert. Das Projekt begeisterte damals 15.000 Besucher.
Heute konnte Nationalratspräsidentin Doris Bures das Buch "Im Herzen der Demokratie" präsentieren. Es hält dieses außergewöhnliche Kunstprojekt rund um den Tag der offenen Tür im Vorjahr fest. Wie bereits beim Offenen Parlament im Herbst trat auch heute bei der Buchpräsentation in der Säulenhalle die Gruppe ALMA mit dem CHORUS SINE NOMINE auf.

Bures: Es war ein Aufeinandertreffen von unterschiedlichen Welten

Nationalratspräsidentin Doris Bures betonte in ihrer Begrüßung, mit dem Projekt sollte die Bedeutung von Demokratie und Parlamentarismus künstlerisch vermittelt werden. "Es war gut und richtig, dass über 'Im Herzen der Demokratie' schon vorab viel geredet und diskutiert wurde - so wie es in einem modernen, offenen Parlament auch sein muss", sagte die Nationalpräsidentin. "Es war ein Aufeinandertreffen von unterschiedlichen Welten - von Kunst und Politik." Räume seien geöffnet worden, die normalweise nicht zugänglich sind. Publikum und Performance haben einander inspiriert. BesucherInnen sangen ad hoc zur Musik und KünstlerInnen bauten Gäste spontan in ihre Stücke ein. "Es waren außergewöhnliche Darbietungen an zwei außergewöhnlichen Tagen an einem außergewöhnlichen Ort", erinnerte sich Bures an dieses Kunstprojekt im Hohen Haus.
Jacqueline Kornmüller und Peter Wolf sind auch die Herausgeber des Buches, das seit Montag erhältlich ist. Das Buch, das in Kooperation mit der Parlamentsdirektion und dem Brandstätter-Verlag umgesetzt wurde, versammelt die Texte der acht Autorinnen und Autoren (Juli Zeh, Paulus Hochgatterer, Christine Nöstlinger, Milena Michiko Flašar, Clemens J. Setz, Martin Pollack, Franz Schuh und Angelika Reitzer), die mit ihren Beiträgen das Herzstück der zweitägigen Veranstaltung im Herbst 2016 bildeten. Erdacht und überarbeitet wurden sie für die unterschiedlichsten Räumlichkeiten im Parlamentsgebäude, Generalthema ist der Zustand der Demokratie. "Vergangenes wollen wir zutage fördern, Gegenwärtiges benennen, und Zukünftiges entwerfen", schreiben die Herausgeber.
Sie seien vom großen Interesse überrascht gewesen, zeigten sich Jacqueline Kornmüller und Peter Wolf erfreut über den großen Zuspruch zu ihrem Projekt. Auch deshalb, und weil etwas Außergewöhnliches passiert sei, hätten sie das Ganze in Buchform gießen wollen, sagte Kornmüller. Für Wolf bestand die Besonderheit darin, dass die BesucherInnen mit einer anderen Erwartungshaltung am Nationalfeiertag ins Parlament gekommen und auf ein Kunstprojekt gestoßen seien, das sie dann begeistert aufgenommen haben. Auch das Buch sei eine Inszenierung und auf jeder Seite erfahre man eine überraschung, warb Kornmüller für die Publikation. Den Konnex zum Parlament zog sie mit den Worten, Demokratie meine die Macht jedes Einzelnen und Demokratie könne als Fähigkeit verstanden werden, etwas zu tun.
Den Abschluss der Präsentation von "Im Herzen der Demokratie" bildete unter Mitwirkung des Publikums die Performance "Political Knots" von Esther Balfe und Emmanuel Obeya - eine der zehn Stationen von "Im Herzen der Demokratie". (Schluss) sh/jan